Hitchcock-Krimi mit Happy-end – Oberliga wir kommen!

 
 
Chapeau Grün-Weiß und Hut ab Jungs! Diesen Aufstieg habt Ihr mal sowas von verdient. Erster gegen Zweiter der Tabelle – so hieß es am letzten Spieltag – als hätte jemand das Drehbuch dazu geschrieben. Unsere Truppe um Mannschaftsführer Alexander „Ali“ Pölkow musste dazu auch noch auswärts beim ähnlich stark besetzten Team der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) antreten. Die Ausgangssituation war gut, da unsere “ interne erste 7“ der Meldeliste zur Verfügung stand, obwohl einige aus unserer Mannschaft angeschlagen in diese entscheidende Partie gehen mussten. Beim LVB fehlte in Tobias Meyhöfer ein starker Kontrahent verletzungsbedingt seinem Team. Im Verlauf des Aufstiegsspieles sollte aber alles irgendwie keine entscheidende Rolle spielen, da wir von einem eventuellen Aufstieg zwischenzeitlich meilenweit entfernt waren. Auf 3 Plätzen begann die Begegnung auf dem Gelände des LVB, auf welchem noch 2 andere Punktspiele zeitgleich bei den Herren stattfanden. Unsere Jungs starteten mit unserer Hamburger Sieg-Granate Alexander Fink, Routinier und Marathon-Ass Daniel Jähnig und unserer Ballmaschine Steve Krüger.

Der erste Schreckmoment ließ nicht lange auf sich warten. Während ein mental angeschlagener Daniel Jähnig (an Position 4 spielend) keinen guten Start in sein Match fand, lief es auch für unsere Nummer 2 Steve Krüger alles andere als gut. Beide brachten es mit Beendigung des ersten Satzes auf gerade einmal einen Spielgewinn. Egal – abhaken! Doch dann der wirkliche Schockmoment. Auf Platz 3 sieht es nach etwa einer halben Stunde Spielzeit für unsere beste Nummer 6 aller Zeiten Alex Fink so aus, als würde er verletzungsbedingt aufgeben müssen. Ein kurzes Telefonat (auf dem Platz und man munkelt mit seiner Mutter) später und an die schätzungsweise 10 verneinten Antworten eines zufällig anwesenden und abfragenden Arztes der Heimmannschaft in Bezug auf eventuelle Schmerzen war klar, dass Alex weiterspielen kann. Und wie! Gegen einen starken Gegner (Walther Pietsch, LK 16) konnte er im Champions-Tiebreak des dritten Satzes mit 6:3, 2:6 und 10:6 die Oberhand behalten. Für die beiden anderen lief es leider nicht so gut. Daniel fand leider gar nicht zu seinem Spiel und musste sich deutlich geschlagen geben. Bei Steve hingegen lief es im zweiten Satz deutlich besser, als er beim Stand von 4:3 und 40-15 bei eigenem Aufschlag gegen einen sicher aufspielenden Gegner (Sebastian Dietrich, LK10) zum 5:3 aufschlagen wollte und sich dabei leider an der Schlaghand eine Blessur zuzog. Diese „leichte“ Verletzung reichte jedoch, um den wieder gewonnenen Faden zu verlieren und schlussendlich auch den Satz und damit das Match mit 1:6 und 4:6. Nach 3 Einzeln stand es also 1:2 aus unserer Sicht.

Runde 2 stand also an mit unserer besten Nummer 5 aller Zeiten  Thomas „Taxi“ Müller, unserem Verbal-Helden und 2016 noch erfolglosen Ex-Nr. 1 Christian Lehmann und dem unangefochtenen Top-Spieler unserer eingeschworenen Truppe Superstar Roger Alexander „Ali“ Pölkow, liebevoll auch der „Vati“ genannt. Während es bei „Taxi“ Thomas wie erwartet super lief (obwohl dieser leicht nervös auch schon einmal von unten aufschlagen musste dank Zitterarm), war ein erkältungsbedingt angeschlagener Christian L. weitestgehend ohne echte Siegchance , obwohl er nach hohem Rückstand im zweiten Satz und Abwehr von 3 Matchbällen noch eine Chance bekam auf 5:5 zu stellen – jedoch vergebens. Der 4. Matchball war dann einer zu viel und mit 3:6 und 4:6 endete die Partie und somit die durchwachsene Einzelbilanz in dieser Saison mit 3:2 immerhin noch positiv. Das letzte noch laufende Einzel war allerdings dann nichts für schwache Nerven. Der erste Satz zwischen „Ali“ Pölkow (LK13) und Holm Skiba (LK9) verlief ausgeglichen und somit musste der Tiebreak entscheiden. Möglicherweise fiel dabei unserem Kapitän beim Stand von 0:5 auf, dass es kein Champions-Tiebreak ist (gespielt wird da mindestens bis 10) und unglaublicherweise korrigierte er das Ergebnis auf 8:6 und holte somit Satz 1 mit 7:6. Satz 2 verlief ähnlich eng und nach einem weiteren Schreckmoment und einer leichten Zerrung im Standbein beim Stande von 4:3 und Break vor, konnte Holm Skiba auf 5:4 und eigenem Aufschlag den Satz scheinbar drehen. Nach kurzer Eisbehandlung und 5 Minuten Verletzungspause wiedererstarkte unser bester Spieler der Saison und konnte den Satz dann letztlich deutlich im Tiebreak zu seinen Gunsten entscheiden.  Nach den Einzeln stand es nun also 3:3. Alles offen!

Nun allerdings stand die Herkulesaufgabe an, bei der die grün-weißen in der Vergangenheit in engen Punktspielen oft scheiterten mit wenig glücklichem Händchen beim Aufstellen der Doppel. Nach ausgiebigem Hin- und Her, pro und contra, entweder oder standen die Paarungen fest. Im ersten Doppel bekamen die „Verlierer“ ihrer jeweiligen Einzel Christian Lehmann und Steve Krüger eine Chance, da sie schon gegen Chemnitz zusammen im ersten Doppel brillierten und super harmonierten. Im zweiten Doppel traten Nachrücker Torsten Kühr (für Daniel Jähnig) und Alexander Pölkow  an und im dritten Doppel sollte aus unserer Sicht mit „Taxi“-Thomas und Alex Fink nichts anbrennen. So war unsere Rechnung – und die ging auf!
Zum Verlauf: Frühzeitig wurde klar, dass im zweiten Doppel (Ali und Torsten) nichts zählbares für uns herauskommen würde, da die Verletzung (Ellenbogen Schlagarm) unserer Nummer eins zu hinderlich war, um das gegnerische Doppel schlagen zu können. Doch unser erstes Doppel beeindruckte gegen  wirklich starke Gegner des LVB (Sebastian Dietrich zusammen mit Walther Pietsch), welche zwischenzeitlich ein wenig ratlos wirkten, ob der teilweise sehr hochklassigen Returns und Passierbälle unseres sich wie blind verstehenden und als echte Einheit präsentierenden Teams um unsere Nummer 2 Steve Krüger und unsere Nummer 3 Christian Lehmann. Nach etwa eineinhalb Stunden hieß es 6:4, 3:6 und 10:6 für unsere sichtlich begeisterten und extrem erleichterten Jungs. Das war für die beiden das mit Abstand beste Spiel der Saison und allemal das beste Doppel Ihrer Punktspielkarriere. Wer mitgerechnet hat, wird wissen, dass es nun 4:4 stand.

Unser (vorher in der Theorie geplanter) „sicherster“ Punkt von allen 3 Doppeln war ja Doppel Nummer 3, welches um 20:16 Uhr Ortszeit noch lief. Beim Stand von 4:6, 6:1 und 0:4 im Champions-Tiebreak hatten sich sowohl die übrigen Spieler der Mannschaft des LVB, als auch unser übriges Team am Spielfeldrand versammelt, um diesen Thriller zu sehen und mit zu fiebern. Doch für Grün-Weiß lief es weiter richtig mies, denn mit dem zwischenzeitlichen 0:6 und 2:7 schien das Match so gut, wie entscheiden zu sein – und damit der Aufstieg futsch. Ab dem 2:7 nahmen Thomas und Alex jedoch das Match in die Hand und spielten alles andere als ängstlich weiter Punkt für Punkt mit beeindruckender Nervenstärke. Die beiden holten von den nächsten 9 Punkten allen Ernstes 8 Punkte (zwischenzeitlich stand es 8:8) und der Aufstieg war um 20:24 Uhr perfekt! Was für eine Energieleistung, was für ein Kampf und was für ein wichtiger Sieg. Unsere 7 Jungs waren einfach nur Spitze. Vielen Dank auch noch einmal an die fairen Verlierer des LVB, die uns im Anschluss noch einen tollen Grillabend bescherten und die letzten von uns noch bis 23 Uhr geblieben sind, ehe sie den Heimweg antraten. Gerne wieder!
                                                                                                                                                                       
                                                                                                                                                                           - Ein Bericht von C. Lehmann-


 

 
 
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